Am Wegesrand steht eine Rose.

Welch schöne Rose!

Wir stellen es fest und gehen weiter. Immer gehen wir weiter.

Wir haben verlernt zu verweilen.

Doch nur im horchenden Verweilen kann uns das Zeitlose in der Zeit, das WESEN begegnen,

das in und jenseits der Rose und aller Dinge ist.

Karlfried Graf Dürckheim


 

STILLE

 

Als ich vor fast 40 Jahren Karlfried Graf Dürckheim auf seinen Spaziergängen im Schwarzwald begleiten durfte, blieb er manchmal abrupt stehen und sagte:

“Hör mal Renate, hörst Du die Stille hinter der Stille?“

Ich horchte und vernahm das sich entfernende Geknatter eines Motorrades und dachte Aha, und verstand gar nichts. Aus der Stille des Hochtals von Todtmoos-Rütte zog ich damals direkt an die Mauer in Berlin-Kreuzberg. Dort war der sogenannte Todesstreifen an dieser Stelle besonders breit, eine ganz andere Stille, die Rufe der Dohlen verbinde ich mit diesem Ort.

Von dort ging es in eine alte Jugendstilvilla mit großem Garten in einen Vorort von Hamburg. Mit der Stille dort hängt für mich das ferne Rauschen der Autobahnen, je nachdem wie der Wind stand, zusammen.

Und dann wohnte ich in Arnis an der Schlei, direkt am Wasser. Hier wurde die Stille bei Sturm durch das Geklapper der Wanten an den Metallmasten der Segelboote unterbrochen.

Die nächste Station war ein Ateliergebäude in einem Hinterhof in Hamburg-Eimsbüttel. Auch da war es trotz Großstadt so still, dass Josef nachher das Muhen der Kühe auf der Wiese neben unserem Haus in Groß-Quern als unerträglich laut empfand! Die Kühe sind schon vor Jahren umgezogen.

 

Diesen Ort hier, die Alte Schmiede, ist ein Ort der Stille, ein Ort der Begegnung.

Begegnung mit sich selbst ist gemeint.

Und die Alte Schmiede heißt jetzt seit einigen Jahren “FriedensWinkel“.

 

Dieses Wahrnehmen der Stille über das Außen wurde in den Jahren immer mehr zu einer Erfahrung der Stille im Innen. Nach Jahren – beim Wiederlesen dieses Textes – erkannte ich, diese tiefe Stille war schon immer in mir und mir zutiefst vertraut. Gehindert das zu erkennen, war „es müsste anders sein“.

 

Bei Bernadette Roberts, aus “Jenseits von Ego und Selbst“, Erfahrungsbericht einer spirituellen Reise, habe ich einen Absatz über ihre Wahrnehmung der Stille gefunden.

 

„Die Stille mit ihren verschiedenen Arten und Abstufungen war mir aus früheren Erfahrungen vertraut. Es gibt eine innere Stille und eine, die sich von außen herabsenkt. Es gibt eine Stille, die das Dasein beruhigt und eine, die das ganze Weltall ausfüllt. Es gibt die Stille des Selbst und seiner Eigenschaften – Wille, Denken, Erinnern und Gefühle. Es gibt eine Stille, in der nichts ist und eine, in der etwas ist. Und schließlich gibt es die Stille ohne ein Selbst und das Schweigen Gottes. Wenn es einen Weg gibt, an dem sich meine kontempla-tiven Erfahrungen veranschaulichen lassen, so ist es dieser sich ausbreitende und vertiefende Weg der Stille.“

 

Renate Maria Grzimek

 


Meditationen, Gebete und Antworten von Shri Mooji zu Covid-19


Auf der Seite des Advaita-Lehrers Shri Moojibaba findet ihr eine Sammlung von Inspirationen, wie wir die aktuelle Situation so transformieren können, dass wir nicht mehr Opfer äußerer Umstände sind. Wir können uns gegen die "von außen" auferlegten Beschränkungen wehren und unsere Energie damit verausgaben, wir können unsere Aufmerksamkeit aber auch nach innen richten und zulassen, dass sich in uns etwas wandelt.

 

Zur Seite "Coronavirus (COVID-19) - News, Resources and Talks from Mooji" geht es HIER.

 

Unter anderem findet ihr dort dieses Gebet:


Wer lebendig sein will, darf sich Wandel nicht verschließen - Christoph Quarch


­Bei seinen denkwürdigen Vorträgen zur Quantenmechanik pflegte der große Physiker Hans-Peter Dürr (1929-2014) immer das gleiche Experiment vorzuführen: Er zeigte seinem Auditorium einen am Tisch befestigten Stab, den er wie einen Uhrzeiger senkrecht in die Position der Zwölf bringen und dort justieren konnte. Löste er die Justierung neigte sich der Stab entweder im Uhrzeigersinn zur Rechten oder gegen den Uhrzeigersinn zur Linken – mal so, mal so. Es ließ sich nicht vorhersagen. Zumindest nicht für einen Laien. Man hätte ein Glücksspiel daraus machen können – das allerdings durch einen Physikprofi unter Laborbedingungen an Reiz verlieren würde, da unter Zuhilfenahme von Daten bezüglich Luftzirkulation im Raum, Luftdruck etc. eine Wahrscheinlichkeitsannahme ermittelbar wäre. So jedenfalls für das einfache Pendel, mit dem Dürr sein Experiment begann.

Dann aber folgte der zweite Akt des Professors, der seine Karriere einst als Assistent bei Werner Heisenberg begonnen hatte; und dieser Akt hatte das Zeug, die Zuhörer an den Rand des Wahnsinns zu treiben. Das Dürrsche Pendel war nämlich bei näherer Betrachtung nicht ein Stab, sondern es bestand aus drei Elementen, die durch Scharniere verbunden, ansonsten aber frei beweglich waren. Beim ersten Akt waren die Scharniere noch fixiert, sodass sie tatsächlich einen starren Stab bildeten. Für den zweiten Akt aber löste Dürr die Scharniere gleichzeitig mit der Justierung am Tisch. Das Ergebnis: die nun entstandenen drei Pendel führten einen Tanz auf, den niemand – auch nicht ein globales Netzwerk von Supercomputern mit den klügsten Algorithmen – je berechnen könnte. Was geschah hier?

Dürr offenbarte einen Blick in den verborgenen Grund der Natur: in die geheimnisvolle Welt der nackten Potenzialität, der absoluten Möglichkeit, in die kein Rechnen, keine Logik und kein Denken vordringt – ganz einfach, weil in ihr nichts wirklich, aber alles möglich ist. Die Welt der nackten Möglichkeit ist unbegreifbar und unfassbar, sie allenfalls beobachtbar. Und trotzdem ist sie Teil der Wirklichkeit – und damit Teil der Natur und unser aller Leben. Meist schlummert sie im Ungedachten und Unausdenkbaren. Doch manchmal – manchmal tritt sie an die Oberfläche eines Menschenlebens. Dann sprechen wir von einer Krise.

 

Brüche

Wenn man verstehen will, was eine Krise ist, braucht man nur an Dürrs Experiment zu denken. Krise, das ist der Zustand des von allen Fixierungen, Stabilisierungen oder Justierungen befreiten und gelösten Drei-Modul-Stabs in dem Augenblick, bevor der Tanz beginnt. Es ist der Zustand, in dem eine bewährte Ordnung aufgelöst ist, die gewohnte Stabilität und Sicherheit mit all ihrer Verlässlichkeit nicht mehr besteht. Es ist der Moment, in dem alles in Fluss gerät – und das mit einem völlig ungewissen Ausgang; völlig ungewiss außer dem einen: dass irgendwann der Tanz getanzt, das Potenzial erschöpft und die Stabilität wiederhergestellt sein wird. Das freilich wäre dann der Tod, den man nicht zufällig das einzig Sichere genannt hat. [...]

 

Weiterlesen? Den gesamten Text finden Sie HIER

 


 

 

Die Brücke

 

Lasst uns eine Brücke bauen.
Eine Brücke zwischen Himmel und Erde,
Zwischen Ewigkeit und Vergänglichkeit,
Damit GOTT MENSCH WERDEN kann.


Lasst uns eine Brücke bauen.
Eine Brücke, die Einheit schafft,
Die zwischen DU und ICH die Kluft überwindet
Und die Herzen öffnet.


Lasst uns eine Brücke bauen.
Eine Brücke des Herzens,
Im Namen des Heiligen Geistes
Als Hoffnung, Glaube und Liebe.


Lasst uns eine Brücke bauen.
Eine Brücke der Gemeinschaft,
Die ein- und ausatmend ein Ort der Stille
Und ein Impuls zu neuem Leben wird.


Lasst uns gemeinsam eine Brücke bauen,
Durch welche jeder SEINEN WEG findet,
Der Wahrheit begegnet, und
Das ICH BIN zum Leben erwacht.


LASST UNS ZUR BRÜCKE WERDEN,
Die Schöpfung vollenden.
Durch das Werden des Seins
Den AUFTRAG erfüllen.

 

Agnes Hidveghy


"Eine Krise ist ein Abenteuer, dass man ablehnt." - Bertrand Piccard


Der Flugpionier und Psychiater Bertrand Piccard berichtet in diesem Interview von seinen Erkenntnissen, die er in seinem bewegten Leben erlangt hat. In der Reihe *Sternstunden* von SRF Kultur gibt es noch mehr interessante Interviews zu entdecken.

 


Text des Weisheitslehrers Llewellyn Vaughn Lee zur Corona Krise


 

"Dies ist die dritte Woche des „Log-down“ ( <Runter fahren> ) oder des „Schutz durch zuhause bleiben“. Wir dürfen nur den Lebensmittelladen besuchen oder Sport treiben. Ich habe das Glück, in einer kleinen Küstenstadt in Nordkalifornien zu leben, also war meine morgendliche Übung ein Gang durch eine regennasse Landschaft an der Küste, meine einzigen Begleiter waren eine Familie von Wachteln, die vor mir her huschten. So gab es Raum nachzudenken, zu schauen auf die „Landschaft“ dieser Pandemie, welche die Welt so vollständig im Griff hält.

 

Zunächst muss ich gestehen, dass mein Leben sich nicht so sehr geändert hat. Ich liebe die Einsamkeit und lebe in der Stille und ziehe es vor, zu Hause zu kochen anstatt außer Haus zu essen. So lange ich spazieren gehen kann und Brot und Gemüse kaufen kann, bin ich zufrieden. Aber überall in der Welt wird eine andere Geschichte erzählt, voller Angst und Furcht und wirklicher Sorge: Menschen verlieren ihr Leben und ihre Lebensgrundlage. Wir wissen noch nicht, wie sich diese Geschichte entwickeln wird und wie lange wir in diesem Würgegriff bleiben müssen, aber wir können jetzt beginnen, die Zeichen zu lesen.

 

Das offensichtlichste Zeichen ist, dass wir, trotz aller Verkündigungen von Politikern und Populisten, die den Nationalismus beschwören, in einer Welt leben, in der wir – wohl oder übel - alle miteinander verbunden sind. Seit dem späten Dezember, innerhalb von drei Monaten hat sich ein neuer Virus von einem Markt in Wuhan/China ausgebreitet auf fast alle Länder der Welt. Das spiegelt die Realität unserer gegenwärtigen Zivilisation. Und so wie sich der Virus ausbreitete, explodierte auch der ökonomische Effekt, als die Versorgungslinien unserer globalen Wirtschaft einfroren. Politische Führer versuchten die Grenzen zu schließen, doch der Virus hatte sich längst pandemisch ausgebreitet über die ganze Welt und die globalen Märkte dem freien Fall ausgeliefert. Nun stehen wir vor einer globalen Wirtschafts- und zugleich einer globalen Gesundheitskrise.

 

Die häufigste Reaktion auf das Virus war die Selbstisolierung, alles außer den wesentlichen Diensten wurde geschlossen. Die Isolierung ist der älteste und am besten erprobte Weg, um die Ausbreitung einer Krankheit zu verhindern. Im Mittelalter wurden ganze Städte unter Quarantäne gestellt, damit die Pest sich nicht ausbreiten sollte. Jetzt wurden die Schulen und Geschäfte geschlossen und kürzlich wurden die Pubs in England und die Strände in Florida endgültig für Publikum verboten, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu begrenzen und zu verhindern, dass unsere Gesundheitssysteme von diesem Erreger überwältigt werden. Und plötzlich befinden wir uns mitten in einer Wirtschaftskrise - unsere konsumorientierte Gesellschaft ist zum Stillstand gekommen. Da fast 80% aller Amerikaner von Monatscheck zu Monatscheck leben, entwickelt sich diese Krise sehr schnell. Sie müssen entscheiden, ob sie die Monatsmiete zahlen oder Lebensmittel einkaufen - und was passiert, wenn sie sich beides nicht mehr leisten können?

 

Und in den am stärksten gefährdeten Ländern der Welt erhöht sich die Gefahr, dass die Armen noch ärmer werden und etwa der Rikschafahrer ohne Kunden nichts mehr hat, um seine Familie zu ernähren.

 

Wir sind alle Teil einer globalen Zivilisation und unsere derzeitige ökonomische Struktur erweist sich plötzlich als sehr zerbrechlich. In wenigen Monaten kann sie zusammenbrechen. Schon können wir die Märkte im freien Fall beobachten, um bis zu 30% sind sie schon zusammengebrochen und in Amerika könne die Arbeitslosigkeit in einem Maß steigen, wie man es seit der „Großen Depression“, in der Millionen ohne Arbeit waren, nicht mehr erlebt hat. Die als am mächtigsten geltende Wirtschaft bricht plötzlich wie ein Kartenhaus zusammen, einfach nur angeblasen vom Atem eines Virus.

 

Wir scheinen kein anderes ökonomisches Modell zu haben als unsere derzeitige von Konsum geleitete Kultur. Das ist so wie eine Monokultur, die von einer Krankheit befallen wird, wie die große Hungersnot in Irland, als die Kartoffelkulturen, das Grundnahrungsmittel der Zeit, durch eine Krankheit zerstört wurden. Doch jetzt gibt es keinen Ort, zu dem wir emigrieren und ein neues Leben beginnen können. Und keiner der Politiker und Führer bietet Alternativen, außer, dem Versprechen, dass wir möglichst schnell zur „Normalität“ zurückkehren sollten. Aber ist das wirklich das, was unsere Welt braucht? Um den englischen Schriftsteller Paul KINGSNORTH zu zitieren:

„Was die Zivilisation am liebsten möchte ist, zur Normalität zurück zu kehren. Normalität, das ist: billige Flüge und Klamotten, normal ist, dass chinesische Mädchen unter Aufsicht von Bewaffneten unsere T-Shirts nähen, normal sind biblische Buschfeuer und von Öl verseuchte Meere, normal ist, dass das Leben in den Städten kollabiert und die Menschen die Mieten nicht mehr zahlen können und internationale Konferenzen unter großem Aufwand und ohne Resultate veranstaltet werden, normal ist, dass afrikanische Kinder sich beim Suchen im Plastikmüll vergiften, den wir an ihre Strände geschickt haben, normal ist die Nitratvergiftung des Wassers, normal sind brennende Urwälder und das Sterben von Tier und Mensch in den Meeren….und Insekten und Vögeln in den Lüften…..

Wir sollten sagen: nie mehr „normal“. Nicht jetzt und niemals wieder!“

 (Finnegas, Emergence Magazine)

Ja, die Furcht derer, die sich mit dieser Krankheit auseinandersetzen müssen, ist real genauso wie die Furcht derer, die von der Hand in den Mund oder von Scheck zu Scheck leben müssen. Aber diese Pandemie hat auch eine kollektive Angst getriggert, die auch hier an der Küste fühlbar ist, wo doch meine einzigen Begleiter der Regen und die Wachteln sind. Das ist eine Angst, die aus der tiefen Weisheit unserer kollektiven Psyche aufsteigt, die weiß, dass unsere Zivilisation am Ende ist, dass sie das Haltbarkeitsdatum überschritten hat und keine Idee hat, was danach kommt.

 

So wie ein Wald verbunden ist durch ein unterirdisches Netzwerk von Pilzstrukturen, die es den einzelnen Bäumen ermöglicht, miteinander zu kommunizieren und sich bei Gefahr warnen, indem sie bestimmte Chemikalien in die Luft verströmen, so sind auch wir alle tief innen verbunden und teilen unser Wissen und unsere Weisheit über die Erde, unserer gemeinsamen Heimat. Und dieses Netzwerk schickt uns Warnsignale, dass unser derzeitiges Leben nicht nur nicht nachhaltig ist, sondern vorbei. Selbst wenn diese Pandemie zu einem Ende kommt können wir es uns nicht leisten, zur Normalität zurück zu kehren. Diese aktuelle Krise kann uns erwecken zu der Wahrheit, dass wir eine neue Art des Lebens brauchen, eine, die wirklich und wahrhaftig nachhaltig ist für die Erde und auch ihre nicht-menschlichen Bewohner. Dieser Virus kann verstanden werden als ein Teil des Schreis der Erde, die uns zuruft, dass wir diesen Traum des ewigen ökonomischen Wachstums endlich aufgeben und los lassen, der letztendlich zum Albtraum geworden ist und so viel von ihrer fragilen Schönheit und ihrem Wunder zerstört hat.

 

Auch wenn wir immer noch gefangen sind in dieser seltsamen Leugnung dessen, was um uns geschieht, erkennen wir allmählich, dass die kommende Klimakatastrophe real ist, wir haben es gesehen in den Buschfeuern in Australien, den Wirbelstürmen, den Hitzewellen. Wir werden sogar bemerkt haben, dass auf unseren Windschutzscheiben keine Insekten mehr kleben – es existiert diese Apokalypse des Insektensterbens: die fliegenden Insekten haben sich in den letzten 25 Jahren um drei Viertel reduziert ( das ist sehr bedeutsam, denn Insekten sind entscheidend am Beginn der Nahrungskette und für das Leben auf der Erde ). Und während die CO2-Emissionen weiter steigen kann man mit Greta Thunberg sagen: unser Haus brennt! Das ist nicht normal und auch die, die immer noch gefangen sind in den falschen Versprechungen unserer Konsumgesellschaft bekommen Angst, sogar Panik in der Tiefe ihrer Seele, im Kern ihres Seins. Statt zu denken, dies ist ein globaler Notfall, durch den wir irgendwie durch kommen in den nächsten Monaten sollten wir den Ruf hören und uns dem tieferen Sinn dieser Erfahrung öffnen und dem Leben selbst und was es braucht lauschen.

 

Sind wir in der Lage, an diesem Ort der Unsicherheit und des Nichtwissens zu verbleiben, offen für all die Fragen, die zu diesem Szenario gehören, in das wir da hineingestolpert sind? Wie können wir uns vorbereiten auf eine Zukunft, die so ungewiss ist? Können wir den einfachen Werten von Fürsorge und Mitgefühl füreinander und für die Erde treu bleiben? Verkrampfen wir uns hinein in eine Furcht oder öffnen wir uns für die Liebe?

 

Wir können ein Hoffnung darin sehen, wie die Menschen sich helfen und einander unterstützen, in den Familien, in den Kommunen, unter Freunden und Fremden (in England haben mehr als 400 000 Leute sich freiwillig gemeldet, um älteren Menschen zu helfen, die zu Hause in Quarantäne sind).

 

Und wenn es dann noch ein anderes Licht in diese Krise ist, dann ist es die deutliche Verringerung der Luftverschmutzung überall in China; Enten, Fische und klare Wasser kehren zurück in die Kanäle von Venedig. Und möglicherweise wird der Schock dieser Pandemie uns warnen vor der Gefahr, die wissenschaftlichen Erkenntnisse weiter zu verleugnen und zu warten, bis es zu spät ist. Und letztlich können wir hoffentlich erkennen, dass wir alle uns in diesem wiederfinden und das das Aus-der Balance-Geraten der Erde uns alle trifft, plötzlich und unerwartet. Oder aber, sind wir vielleicht schon, wie die Leute, die Party feiern an den Stränden, trotz der Warnung, Distanz zu halten, zu betrunken, um etwas zu merken und Sorge zu tragen?"

 

Llewellyn VAUGHAN-LEE ist der Autor vieler Bücher, unter anderem „Spirituelle Ökologie: Der Schrei der Erde“ und sein letztes Buch „ Heilung für die Erde – Spirituelle Verantwortung in einer Zeit globaler Krise“. Der Focus seines Schreibens und Lehrens liegt auf der spirituellen Verantwortung in unserer gegenwärtigen Zeit der Wandlung, der spirituellen Ökologie und dem Erwachen des globalen Einheits-Bewusstseins

 

~ Übersetzung: Dr. Mechthild Hammacher 2020

 


 

 

An meine Mitschwimmer

Es gibt einen Fluss,
der jetzt sehr schnell fließt.
Er ist so mächtig und schnell, dass einige Angst haben werden.
Sie werden versuchen, sich am Ufer festzuhalten.
Sie werden spüren, dass sie zerrissen werden
und werden sehr leiden.

Wisset, dass der Fluss seine Bestimmung hat.

Die Ältesten sagen,
wir müssen das Ufer loslassen und
uns abstoßen in die Mitte des Flusses.
Behaltet Eure Augen offen
und Eure Köpfe über Wasser.

Und ich sage:
sieh' wer mit Dir darinnen ist
und feiere!

In dieser Zeit in der Geschichte
sollen wir nichts persönlich nehmen.
Am allerwenigsten uns selbst.
Denn in dem Moment, in dem wir das tun,
kommt unser spirituelles Wachstum und
unsere innere Reise zum Stillstand.

Die Zeit des einsamen Wolfes ist vorbei.
Sammelt Euch!

Verbannt das Wort Kampf aus
Eurer Haltung und Eurem Vokabular.

Alles, was wir jetzt tun,
muss in einer heiligen Weise getan werden
und als Fest.

Wir sind die,
auf die wir gewartet haben.

Botschaft von den Hopi Ältesten, Neujahr 2000
Oraibi, Arizona - Hopination

 


Dr. Alexander Poraj vom Benediktushof


Auch der Benediktushof - Zentrum für Achtsamkeit und Meditation - steht in diesen Tagen noch stiller als sonst. Der Leiter, Dr. Alexander Poraj, spricht über Pläne, Erwartungen, die Ursache des Leidens und darüber, dass Meditation kein Mittel zum Zweck ist.

 

"Wenn Du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm von Deinen Plänen."

 


 

Liebe

 

 

„Die Achse der Liebe geht durch die ganze Schöpfung und bringt die Energie der Liebe zu jedem Atom.

Sie bringt Farbe in die Welt und bringt Sinn und Schönheit ins Leben. Ohne sie gäbe es in der Welt keine Freude, keine Hoffnung und keine Liebe.“                           Lewellyn Vaughan-Lee aus dem Buch „Awakening the World“

 

 

 

Von der Liebe

 


In jedem Augenblick geschieht, was geschehen soll.

 

Die An- oder Abwesenheit der Liebe entscheidet, ob sich das Geschehen „erfüllt“. Nehme ich, was immer ich in mir und um mich erfahre ( sei es die Freude, der Erfolg, der Misserfolg, das Unglück, der Schmerz...) in Liebe an, so erfüllt sich die „Absicht des Seins“ und der Fluss des Lebens geht ungehindert weiter. Anerkennen, was immer geschieht, führt aus der Getrenntheit und dem Kampf ums Überleben zur Einheit mit allem Sein, zum wahrhaften lebendigen Leben.

 

Halte ich fest am Glück oder Unglück, etwa um es zu beherrschen, indem ich die Ursachen erforsche, um es zu halten oder zu vermeiden, so ist es, wie wenn ich mich in der Strömung des Flusses befinde und mich dabei am Ufer immer wieder fest kralle – das erzeugt Leiden.

 

Die Liebe ist überall.

 

Sie ist wie die Luft zum Atmen, sie ist die Ursubstanz der Schöpfung. Sie ist so selbstverständlich, dass wir ihre allgegenwärtige Existenz vergessen haben. Wenn sie bei uns beginnt, in der dankbaren Zuwendung zu uns selbst und dem Geschenk des Lebens, fließt unser Lebensfluss ungehindert und fröhlich.

 

Menschen, die sich nicht lieben können, sind geradezu der Beweis für diese Erkenntnis: wo immer Menschen sich – in Teilen oder ganz und gar - nicht annehmen können in Liebe ( aus Gründen des Karma, der frühkindlichen Schädigung., der kollektiven Normen....) suchen sie in verzweifelter Akribie nach der Liebe und Anerkennung im Außen und machen sich abhängig von dem, was um sie geschieht und verwenden ihre gesamte Aufmerksamkeit – getrieben von Angst - auf die Suche nach Applaus oder Gefahr.

 

Nach meiner Erfahrung erfordern Menschen, die sich als keiner Aufmerkdamkeit wert betrachten, paradoxerweise die meiste Aufmerksamkeit: sie leben in unkontrollierbaren Ängsten und produzieren Chaos in ihrer verzweifelten Suche nach ihrem Platz in der Welt. Sie schreien nach Hilfe und können sich doch im Ende nur selbst helfen, indem sie sich zu lieben beginnen, weniger, obwohl die Eltern das nicht vermochten sondern vielmehr, weil das Leben sie gerufen hat, hier zu sein.

 

 

Ja, nach jahrelanger Arbeit als Psychotherapeutin wage ich heute zu sagen, alle psychischen Störungen mitsamt ihren körperlichen Symptomen können gesehen werden als verhinderte Liebe, misslungene Suche nach ihr. Die Annahme des eigenen Schicksals wird verhindert aufgrund des Glaubens, von dem großen Sein getrennt und verloren zu sein und daher selbst das Schicksal steuern zu können und zu müssen.

 

Sich und das eigene Schicksal anzunehmen - warum ist das so schwer ?

 

Weil es bedeutet, sich dem Fluss des Lebens demütig auszuliefern und bereit zu sein, was immer kommt zu durchleben. Es bedeutet, auch das Schwere anzunehmen. Wer je das Schwere in seinem Leben angenommen hat ( oftmals, weil es keine andere Wahl gab ), weiß, dass wir in höchster Not in eine „Verbundenheit“ hinein fallen können, die eher als Größe und Tiefe denn als Leid empfunden wird. Somit könnte man es doch eigentlich wagen, sich dem Leben hin zu geben.

 

Doch unser Ego, entstanden aus dem Erleben des „Getrenntseins“, getrieben von unseren Vorstellungen, wie wir es gerne hätten, damit es gut sei, möchte dies verhindern; es lebt von vermeintlich wunderbaren Bildern, die sich erfüllen sollen, statt vom Lauschen auf den Klang des Seins. Nur im Lebendigsein im Augenblick „ohne Netz und doppelten Boden“ kann sich das ganze Potential der Liebe entfalten.

 

Mechthild Hammacher


Der Engel

 

 

 

Mit einem Neigen seiner Stirn weist

 

Er weit von sich was einschränkt und verpflichtet;

 

Denn durch sein Herz geht riesig aufgerichtet

 

Das ewig Kommende das kreist.

 

 

 

Die tiefen Himmel stehn ihm voll Gestalten,

 

und jede kann ihm rufen: komm, erkenn -.

 

Gib seinen leichten Händen nichts zu halten

 

Aus deinem Lastenden. Sie kämen denn

 

 

 

bei Nacht zu dir, dich ringender zu prüfen,

 

und gingen wie Erzürnte durch das Haus

 

und griffen dich als ob sie dich erschüfen

 

und brächen dich aus deiner Form heraus.

 

 

 

R.M.Rilke

 


Video von Eckhart Tolle: Angesichts des Unglücks bewusst bleiben


In diesem Video zitiert Eckhart Tolle ein Gleichnis aus der Bibel und vermittelt, wie wir angesichts der aktuellen Krise bewusst bleiben können. Das Video ist nur in englischer Sprache verfügbar. Auf YouTube gibt es noch mehr lohnenswerte Videos von Eckhart Tolle.


Charles Eisenstein - Die Krönung


April 2020
Übersetzung von Eike Richter, Michelle Warkentin, Stephan Pfannschmidt, Daniel Germer und Nikola Winter.

Unsere Normalität ist jahrelang überdehnt worden. Wie ein Seil, das fester und immer fester angezogen wird, bis es, zum Zerreißen gespannt, nur darauf wartet, dass der schwarze Schwan kommt und es mit seinem Schnabel durchknipst. Jetzt, wo das Seil entzwei ist, werden wir es einfach wieder zusammenknoten, oder sollen wir seine baumelnden Enden noch weiter aufdröseln und sehen, ob wir mit ihnen nicht etwas neues weben können?

COVID-19 zeigt uns, dass ein unglaublich schneller Wandel möglich ist, wenn die Menschheit in einer gemeinsamen Sache vereint ist. Keines der Probleme unserer Welt ist technisch schwer zu lösen; sie rühren von der Uneinigkeit der Menschen her. Wenn die Menschheit kohärent handelt, sind ihre kreativen Kräfte grenzenlos. Vor wenigen Monaten wäre eine weltweite Unterbrechung der kommerziellen Luftfahrt undenkbar gewesen, ebenso die radikalen Veränderungen in unserem gesellschaftlichen Verhalten, in der Wirtschaft und in der Rolle, die die Regierung in unserem Leben spielt. COVID-19 demonstriert die Macht unseres kollektiven Willens, wenn wir uns darauf einigen können, was wichtig ist. Was könnten wir mit einer solchen Kohärenz noch alles erreichen? Was möchten wir erreichen, und welche Welt wollen wir erschaffen? Das ist immer die erste Frage, die auftaucht, nachdem man sich der eigenen Macht bewusst geworden ist.

 

...

 

Weiterlesen? Zum gesamten Text geht es HIER.


 

Apokalypse

 

ist griechisch und bedeutet Ent-schleierung.

Es geht also nicht um Krieg, sondern um Erleuchtung.

Es geht auch nicht um den Tod.

Es ist ein Seelenzustand, der uns Wahrheit erkennen lässt.

Kein Weltgericht in ferner Zukunft, sondern hier und jetzt.

 

Morgan Freeman in „Das Rätsel der Schöpfung“